Wie bewerten wir Weine?

Nachdem ein Wein in unser Glas gefunden hat, verkosten wir ihn, in der Regel mehrmals. Das kann so weit gehen, dass wir blind verkosten. Wir machen uns oft einen Spaß daraus und es wird versucht die Kollegen auf das Glatteis zu führen. Werden die eigenen Weine erkannt oder können Traubensorten benannt werden? Wir trinken auch schon mal einen Wein aus einem schwarzen Glas. Dabei kann es durchaus passieren, dass rot und weiß verschmelzen, und aus einem Rotwein plötzlich ein Weißwein wird oder umgekehrt. Ebenso wird im nahen Bekanntenkreis auch schon mal öfters um eine Meinung gebeten. All dies fließt in die Bewertung mit ein.

Muskatellerprobe

Wir bewerten den Wein nach seinen Aromen, Alkohol, Säure, Tannine und dem Preis-/Leistungsverhältnis, jeder für sich, und besprechen unsere Bewertungen. Wenn wir alle drei größtenteils identische Aussagen haben und der Wein uns gefällt, ist er ein Kandidat für unseren Shop. Er muss natürlich ins Programm passen. Ebenso sollte der Winzer nur um die 10 Hektar Rebfläche haben. Es soll sich um einen „handwerklichen“ Betrieb handeln, nicht zur Massenproduktion taugen. Wir besuchen den Winzer, tauschen uns aus, und wenn die Chemie passt, kommt der Wein ins Sortiment.

Es kann auch passieren, dass einer von uns bei der Bewertung stark daneben liegt. In diesem Fall gibt es etwas zu diskutieren. Oft ist es auch so, dass während einer Probe, i.d.R. verkosten wir 3-4 Weine, einer von uns während der ganzen Sitzung gegenüber den anderen in der Beschreibung der Weine abweicht. Oft liegt hier der Grund in nachwirkenden Speisen, die die Weinprobe verfälschen. Eine Erkältung im Anfangsstadium, oft noch nicht bemerkt, erschwert die Probe ebenso. Klassisches Problem kann auch eine kalte Nase sein. Mit einer kalten Nase riechen sie so gut wie nichts.

Es kann natürlich auch sein, dass wir alle drei derselben Meinung sind und den Wein für "nicht gut" bewerten. Dies kann an der Säure, am Aroma liegen, er ist unharmonisch oder der Preis ist zu hoch. Es gibt einige Gründe. Die Qualität stimmt dann einfach nicht. Sehr verwirrend wird es aber, wenn wir alle drei denselben Wein dreimal anders bewerten, dies kommt aber zum Glück sehr selten vor.

Wir bewerten klassisch nach Farbe, Geruch und Geschmack. Danach geben wir eine Gesamtbeurteilung ab, empfehlen eine Trinktemperatur und nennen eine Essensempfehlung. Es folgt die Weinbeschreibung für den Shop. Ich für meinen Teil finde es immer sehr spannend, anschließend die offizielle Beschreibung vom Winzer mit meiner eigenen zu vergleichen. Beruhigt bin ich, wenn die Beschreibung vom Winzer ähnliche ist. Dies stärkt mich dann aber genau für solche Fälle, bei denen ich von der Winzerbeschreibung abweiche. In diesem Fall bleibe ich jedoch bei meiner Bewertung, mit einer Ausnahme. Sollte ich nach mehrmaligem trinken feststellen, dass meine Bewertung unstimmig ist (wir trinken unsere Weine regelmäßig), dann passe ich die Bewertung nach den aktuellen Verkostungsnotizen an.

Selbstverständlich nehmen wir nur gut bewertete Weine in unseren Shop auf. Versteht sich hoffentlich von selbst. Ich kann ihnen nur empfehlen, trinken sie Weine bewusst bei verschiedenen Temperaturen, aus verschienden Gläsern, oder aus einen schwarzen Glas, ohne das sie wissen, ob sie einen Weiß- oder Rotwein trinken. Es gibt wirklich Weine, bei denen es ihnen nicht gelingen wird die Farbe richtig zu nennen. Oder sie haben jeweils zwei Weiß- oder Rotweine in je einem Glas und vergleichen die Weine. Was ich ihnen damit sagen möchte ist, gönnen sie sich einfach ein wenig Spaß mit Wein.

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