Weinstile – Welchen Stil bevorzugen sie?

Die Unterteilung in Stile hat viele Vorteile. Oft bevorzugen Weintrinker einen gleichen Stil. Die Chance einer guten Weinempfehlung erhöht sich, wenn der Stil des Weintrinkers bekannt ist. Dies setzt voraus, dass er seinen Stil kennt bzw. die Weinempfehlung den gleichen Stil trifft. Bei Weinempfehlungen zu Speisen erleichtert der Stil die Paarung. Viele Weine desselben Stils harmonieren mit den gleichen Speisen. Im Folgenden werden die Stile genannt und typische Vertreter aufgeführt.

 

Für Weißweine kann man folgendes umschreiben:

  • Leichte, frische Weißweine
  • Saftig, aromatische Weiße
  • Opulente, körperreiche Weißweine

 

Die Roséweine:

  • Fruchtig, frische Roséweine

 

Für die Rotweine sind es folgende Merkmale:

  • Frisch, fruchtige Rote
  • Weiche, schmelzige, ausgewogene Rotweine
  • Dicke, mächtige "Hämmer"

 

Natürlich können die Grenzen fließend sein. Es gibt Reben, die kann man sowohl in dem einen als auch in dem anderen Stil einordnen, je nach Land, Klima und Ausbau. Die Trinktemperatur und das Alter der Weine spielt hier auch eine Rolle.

Eine gute Qualität erkennt man daran, dass die Weine eine schöne Balance zwischen Frucht, Säure und Alkohol haben. Der Abgang muss länger sein, sonst kann dem aromatischsten Wein keine Top-Qualität bezeugt werden. Je länger ein Wein nach dem Schluck im Mund präsent ist, umso besser!

 

Leichte,  frische Weißweine

Die Beeren dieser Trauben sind groß und dünnschalig. Sie reifen früh und haben deshalb eine höhere natürliche Säure. Oft sind sie durch ihre Jugendlichkeit grünlich bis gelb und eher blass. Diese Weine versprühen förmlich frische Luft, sie haben saubere und erfrischende Aromen von Zitrone, Limone, Stachelbeere, Äpfel, Birne und tropischen Früchten. Oft können auch noch Kräuteraromen und Mineralik in den Weinen präsent sein. Sie besitzen oft eine zupackende Säure und regen damit den Speichelfluss im Mund an. Man kann sie deshalb auch sehr gut als Aperitif trinken. In der Regel trinkt man diese Weine relativ jung und bei einer Trinktemperatur zwischen 6-9 °C, also eher kühler. Trotz ihrer Jugend sollten sie einen erfrischenden, langen Abgang haben. Sie dürfen aber niemals scharf wegen der Säure schmecken.

Typische Weintrauben:

Chardonnay, Weißburgunder, Grauburgunder, Silvaner, Rivaner (Müller-Thurgau), Gutedel (Chasselas) usw.

 

Saftig,  aromatische Weiße

Diese Weine können sowohl jung getrunken, als auch 2-5 Jahre gelagert werden. Sie sind im Alter von der Farbe eher golden, besonders wenn im Fass ausgebaut wird. Aber generell sind es eher die Stahltanks, die auch hier die saftige Frucht im Wein erzeugt. Alles erinnert mehr an eine saftige Obstschale mit Pfirsich, Holunderblüten, Papaya, Maracuja und andere exotische Früchte, ein paar Blumen als Dekoration. Es herrschen leicht süße Fruchtaromen vor, aber der Wein ist dennoch trocken. Sie besitzen mehr Körper als ihre leichten Verwandten. Die Auswahl ist überwältigend. Die Trinktemperaturen reichen von 7-9 °C. Je kühler, umso mehr kommt die Frucht zur Geltung.

Typische Trauben:

Sauvignon Blanc, Riesling, Rivaner, Grauburgunder, Grüner Veltliner, Viognier, Arneis…

 

Opulente, körperreiche Weiße

Die Beeren dieser Weine sind klein und dickhäutig. Die Weine besitzen eine volle Struktur, Körper und sind sehr gehaltvoll. Der Wein ist oft leicht ölig, fett und fleischig, fast zum Kauen. Die Farbe fängt bei Strohgelb an und geht bis ins dunkle Goldene. Die Aromen sind vielreichend von reifen Früchten, Brot, Karamell und Vanille, alles konzentriert, finessenreich und intensiv. Sie sind eher weich aber dennoch trocken. In diesen Weinen kann man die komplexesten Harmonien entdecken. Der Abgang hebt einen aus dem Sessel. Sie dürfen aber nicht zu buttrig oder klebrig sein. Trinken sollte man sie um die 11 °C.

Typische Weinreben:

Chardonnay, Muskateller, Gewürztraminer, Viognier, Zierfandler, Sémillon, Marsanne...

 

Fruchtige, frische Roséweine

Früher waren die Roséweine oft einfallslos und Massenware. Dies hat sich jüngst geändert. Sie werden aus Rotweintrauben gekeltert, bleiben aber nur so lange auf der Maische, bis die Farbe von Zartrosa bis Rubinrot erreicht wurde. Sie besitzen Aromen von reifer, roter Frucht wie Erdbeere oder Himbeere mit zarten Anklägen von Veilchen und Gewürzen. Die besseren können durchaus komplex sein. Generell sind sie fruchtig, frisch, mit schöner zitroniger Säure, ausbalanciert mit mittlerem Alkohol. Die Roséweine werden trocken bis halbtrocken ausgebaut. Sie sind ideal bei heißen Sommertagen in geselligem Kreis. Trinken sie sie immer gut gekühlt, am besten aus dem Weinkühler. Die Lagerfähigkeit ist auf 2-3 Jahre begrenzt, die Roséweine werden auch eher jung getrunken. Kaufen sie keine alten Roséweine, sie sind dann unschön zwiebelbraun und aromatisch unattraktiv.

Typische Weinrebe:

Syrah, Grenache, Cabernet Sauvignon, Nebbiolo, Spätburgunder

 

Frisch, fruchtige Rote

Diese Weine sind vielseitig, lassen sich aber immer gut trinken, sind unkompliziert bis weltberühmt. Sie besitzen keinen hohen Tanningehalt. Die Beeren sind auch hier wie bei den Weißweinen eher groß und dünnhäutig. Vom Klima eher kühler angebaut, damit die Fruchtigkeit zur Geltung kommt. Sie sind Hell- bis Rubinrot, und besitzen ein volles Bouquet. Sie zeigen oft rote Früchte, je besser der Wein, umso mehr die Früchte und Gewürze. In der Regel sollten diese Weine in den ersten 2 Jahren getrunken werden, nur die besseren steigern ihre Vielfalt noch über Jahre. Von der Temperatur sollten sie eher kühler um die 14-16 °C serviert werden.

Typischer Vertreter:

St. Laurent, Spätburgunder (Pinot Noir), Gamay, Mencia, Tempranillo, Barbera, Dolcetto, Lambrusco...

 

Weiche,  schmelzige,  reife Rotweine

Dieser Stil besitzt die größte Vielfalt. Sie können förmlich aus dem Vollen schöpfen. Sie passen sehr gut zu vielen Speisen. Sie sind Kirschrot, haben eine runde, geschmeidige Tanninstruktur, sind fleischig aber nicht allzu tief in ihrer Struktur, haben eine schöne Frucht und einen vollen Geschmack. Je teurer der Wein, umso mehr auch hier die Aromavielfalt und die Länge des Abgangs. Das Einordnungskriterium für den Stil ist hier aber nicht der Körper, sondern die Aromatik. Sie müssen einen mittleren Körper haben. Das Aroma reicht von dunklen Früchten, getrockneten Kräutern, süße Gewürze bis Leder. Aber der Wein sollte immer harmonisch sein. Trinken sie den Wein auch hier in den ersten 5 Jahren. Es gibt aber auch Vertreter, die können Jahrzehnte erreichen. Gerne können sie diese Weine bei Zimmertemperatur trinken, um die 19 °C (Zimmertemperatur von früher, nicht von heute. Heutzutage heizt man nicht selten bis 22 °C und mehr. Dies ist zu warm für den Wein). Darum eher zu kalt als zu warm.

Typische Trauben:

Blaufränkisch, Zweigelt, Merlot, Sangiovese, Grenache, Nero d‘ Avola, Dornfelder, Tempranillo, Carmenère...

 

Dicke,  mächtige "Hämmer"

Wie der Name schon sagt, sind sie mächtig, von vollem Körper,  besitzen Tannine und versprühen oft Aromen von Waldfrüchten. Sie werden aus kleinen, dickschaligen Beeren gekeltert. Vom Klima her sind sie eher die Warmduscher. Aber sie können und müssen auch spürbare Säure aufweisen. Im Prinzip sollten diese Weine lange lagern, damit ihr Tanningerüst, das Aroma und die Säure harmonisiert werden. Sie besitzen in der Jugend purpurrote, im Alter eine ziegelrote Farbe. Das Aroma ist intensiv, marmeladig, pflaumig, beinhaltet oft Kaffee, Tabak, Gewürze und Leder mit einer Spur Vanille. Mit 5 Jahren kann man sie gut trinken, die besseren lagern Jahrzehnte. Temperatur zum Trinken sollte um die 20 °C sein. Wenn der Wein zu kühl serviert wird, sind die Tannine sehr auffällig.

Typische Weinreben:

Cabernet Sauvignon, Nebbiolo, Tempranillo, Zinfandel, Syrah, Mourvèdre...

 

Durch die typischen Vertreter der Stile ist zu erkennen, dass eine gewisse Traube nicht immer den gleichen Stil bringt. Das Klima, der Winzer und der Ausbau prägen den Stil. Allerdings ist nicht jede Rebe für mehrere Stile geeignet. Die Eigenschaften der Beere an sich, wie Größe der Beere und Dicke der Beerenschale begrenzen die Ausbaumöglichkeiten. Machen sie also bitte nicht den Fehler und schließen sie spezielle Weintrauben aus. Die Traube kann sehr unterschiedlich schmecken je nachdem, wie sie vinifiziert wurde, und vielleicht ist genau diese Art des Ausbaus ihr neuer Lieblingswein.

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